Parov Stelar - Rough Cuts
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Release Notes:
"Rough Cuts" - Parov Stelars first full album and most precious work so far is an absolute must for friends of smoked beats, jazz and house! After two years of hard labour and a lot of finishing touches in late-night-turning-early-morning sessions, the head of Etage Noir Recordings presents an album which deliciously floats between Old school Jazz and modern Hip Hop Break. Read more...
Reviews:
SMAG, November 2004
Langsam schleicht sich der von Pianoplätschern untermalte, daunenweiche Gesang heran. In zaghaftem Tempo geht es weiter bis, den Musikgöttern sei Dank, nach 3 Tracks die Bassdrum ins Spiel kommt. Dabei brodelt es irgendwie abgefahren und unsauber, gleichsam Herbert-like unter der Oberfläche. Danach zieht die Scheibe langsam an, um den Knaller der Saison abzuschießen. Parov Stelar muss man sich merken. Auf "kiss kiss", ein Konsensteil vor dem Herrn und anderen Maxis wie z.b "wanna get" werden wir noch lange tanzen und damit die Ungläubigen überzeugen. Mann oh Mann, die Scheibe ist echt gut!
Frankfurter Rundschau Online, October 2004
Licht aus, Kerzen an: Der Linzer Multimediakünstler Marcus Füreder entführt uns unter seinem Pseudonym Parov Stelar nicht nur in eine impressionistisch angelegte Welt aus abgehangenen Grooves und Jazz-Zitaten sondern auch in Clubhinterzimmer, die von bläulich schimmernder Melancholie erfüllt sind. Mit "Rough Cuts" veröffentlicht der 30-jährige Österreicher sein erstes Album auf seinem eigenen, noch jungen Label Etage Noir und verwandelt jeden trüben Sonntag morgen zuhause in ein mythisches Eldorado. Das Konzept, ganz alte Jazztraditionen in sanft gebrochene Rhythmik zu sampeln, mag man bspsw. schon von einigen MR.SCRUFF-Platten her kennen, die Erzeugung von "Nujazz" durch Verschmelzung gängiger Instrumentarien mit zeitgenössischer Groove-Kunst ist auch alles andere als neu.
Aber Füreder bzw. Stelar will die Technik nicht revolutionieren sondern mit Empfindungen spielen. Das gelingt ihm durch teilweise cineastische, ausladende Gesten, die seine Sounds mit einer silbrig glänzenden Oberfläche überziehen und durch Kompositionen, die der blanken Schwermut durch ihre Erhabenheit ein Schnippchen schlagen. Mal betont Bar-tauglich, an anderen Stellen auch ein wenig avantgardistisch ausgestaltet, bezaubert "Rough Cuts" durch seine vielen Besen, Hi-Hats, rissigen Harmonien, kleinen Improvisationen und auch durch den Gesang einer Anita Riegler, die u.a. in "Sometimes" für fiebrige Stimmungen sorgt.
Wer es wesentlich clubtauglicher mag, dem sei übrigens die vorab erschienene Vinylmaxi "Wanna Get" empfohlen, ein straight pumpendes Jazzhouse-Stück, das sich nicht auf dem Album befindet und vor allem im perkussiven Remix der Stuttgarter INVERSE CINEMATICS Freunde gebrochener Fusion-Grooves überzeugen dürfte.
De:Bug, November 2004
Wer auf Jazzsamples steht, die Klingen, als wäre man mitten in einem Schwarzweißfilm versunken und dabei so deep drin, dass sich die Farben wie von selbst entwickeln, wer auf sanfte dichte Besenarbeit an den Drums steht und auf Pianos, die so langsam die Treppe hinabkullern, dass man selbst, wenn mann vor lauter Rauch und Whiskey nicht mehr stehen kann, dennoch sicher an der Bar landet, und wer darin nicht die geringste Belanglosigkeit sieht, sondern lieber die immer wieder mittendrin aufblitzenden digitalen Effekte bewundert und glaubt, dass eine Generationauch schon mal hinter den Samtvorhängen entstehen kann, der ist auf diesem Album genau richtig und kann sich da reinhängen wie in sonst nur wenig, was sich an den Grenzgebieten von Jazz und digitaler Tiefe bewegt. Perfekt.
phlow.net, October 2004
Schon die Farbe und die Position des Künstlers auf dem Cover kündigt die leichte Schwere von "Rough Cuts" an. Parov Stelar präsentiert uns eine herbstliche Platte mit viel Melancholie, Traurigkeit und ein wenig selbstverliebter Schmerzigkeit. Dabei hüllt er uns und sich in gediegenen Downbeat-Jazz.
"Rough Cuts" ist eines der Alben, die man gerne in einem Rutsch durchhört. Es hat keine Strecken, ist nicht übermäßig lang und schwingt gerne im Raum. Dabei komponiert der Künstler Downbeat-Songs, die ein wenig an die Stimmung des allseits beliebten Yonderboi-Albums erinnern. Aber auch ein klein-wenig Sound-Experimente à la Herbert Matthew klickern im Hintergrund. Während sie hier eher Garnitur sind, um für ein wenig Abwechslung zu sorgen, wurden sie bei Herbert, z.B. auf "Bodily Functions" in den Jazz-Kosmos integriert. Die kleine Stimmverfremdung der Sängerin Anita Riegler in "Sometimes" ist aber einmalig. Da wird der sanfte Gesang an einer Stelle kurz einmal in mehrere Stimmlagen gepitcht. Das ist lustig, lockert ein wenig und hört sich wie ein Minidialog der Sängerin an. Besonders schön ist natürlich das schon auf Phlow besprochene "KissKiss", das Mr. Scruff-like lustig daherhopst.
Auch wenn "Rough Cuts" manchmal ein wenig daddelig Jazz-Lounge-mäßig daherkommt und gerne noch ein wenig konkreter sein könnte in seinen Grooves und Melodien, so versucht hier jemand doch Jazz in einen clubbigeren Rahmen zu pressen. Besonders gut ist Parov das bei "The Fusion" mit Peter Kreuzer am (denke ich) richtigen Piano gelungen. Hier spürt man, dass die Melodien von Hand eingespielt wurden. Dadurch entsteht Dynamik in Lautstärke und Variation und der Track wurde nicht vollkommen todkomprimiert, wie das sonst bei Dance-Music leider meist der Fall ist. Schönes Album.
diversion.nokia.ch, November 2004
Das Debutalbum des jungen Oberösterreichers ist eine der Überraschungen des Jahres auf dem heimischen Dance-Parkett. Nach zwei umjubelten Vinyl-Only-Singles beweist Parov Stelar, dass er auch auf Albumlänge überzeugen und überraschen kann. Dopebeat & House werden hier zu einem swingenden und intelligentem Musikgebäude vermischt und kräftig mit Jazzwurzeln geerdet, die auch gleich die Obertöne und Harmonien mitliefern. Zwei Jahre Arbeit waren nötig für "Rough Cuts", ein Albumtitel, der irritiert, denn "rough" ist hier nichts, ganz im Gegenteil - mit akribischer Detailverliebtheit wird dem Thema Club, als auch Downbeat-Sounds zu Leibe gerückt. So entstand relaxte und groovige "Zuhouse-Music", Musik, die beim gestylten Partyvolk im Club ebenso gut funktioniert wie sonntagabends im Trainingsanzug zu Hause auf dem Sofa. Das Album zeichnet sich durch eine gewisse Zeitlosigkeit aus, an der man sich ewig ergötzen kann.
Raveline / radiologic.de, October 2004
Als die "Kiss Kiss EP" vor gut drei Monaten erschien, wünschte ich mir, er möge bald ein Album nachschieben. Um mein Flehen wurde erhört: Zwei Jahre arbeitete Parov an seinem Debut, das sich in der Gesamtheit von seinen Maxis deutlich unterscheidet. Denn das Clubformat wird allenfalls bei "Kiss Kiss" deutlich. "Rough Cuts" ist ein butterweicher Langspieler, in ein jazziges Licht getaucht - loungig, chillig. Trotz dieser rauchigen Barathmosphäre, handelt es sich doch mehr um Tracks als um Songs. Die klingen toll, doch für meinen Geschmack hätte er neben der flauschigen Seite auch etwas mehr von seinen Club gedanken einbringen können. So ist es ein jazz-likes Album zum Genießen und Entspannen. Erwartungen (fast) erfüllt.




